TWIKE Klub

 
 Wie entstand das TWIKE ?
 
Innovation
...beginnt beim Menschen. Das TWIKE ist ein Fahrzeug, das durch sein Konzept herkömmliche Ansätze in Frage stellt und neue Perspektiven eröffnet. Es verbindet die ursprüngliche menschliche Bewegung mit dem modernen Verkehr und macht Mobilität spürbar.

"Das Leben versteht man nur im Rückblick.
Gelebt werden aber muss es vorwärts."

 
Sören Kierkegaard

 

 
 
Die Geburt des ersten TWIKE

Für den Wettbewerb Innovative Vehicle Design Competition IVDC anlässlich der EXPO 1986 in Vancouver (Kanada) haben wir das erste Fahrzeug entworfen. Wir nannten die Arbeit PROJECT 50/50, denn unser Ziel war es, ein 50 Kilogramm leichtes Fahrzeug für zwei Personen zu bauen, mit dem man in der Ebene 50 km/h fahren kann. Das daraus entstandene TWIKE I war ein aerodynamisches, kompaktes, zweiplätziges Liegefahrrad, ausgerüstet mit Tretantrieb. Die Struktur und die Hülle bestanden aus faserverstärkten Kunststoffen.

Das TWIKE I in Vancouver

Wir waren eine Gruppe von Lehrlingen und Studenten mit vielfältigem beruflichen Hintergrund:

Robert Bannwart, Modellbau, Gelterkinden: Formen und Modelle
Peter Kessinger, Architektur ETH, Chur: Design und Aerodynamik
Michael Kutter, Germanistik und Philosophie, Basel: Konstruktion
Christian Meyer, Maschinenzeichner, Gelterkinden: Informatik
Michael Oberholzer, Architektur HTL, Winterthur: Design und Ergonomie
Maya Schnyder, Allrounderin, Gelterkinden: Textile Gestaltung
Ralph Schnyder, Architektur ETH, Gelterkinden: Design, Konstruktion, Projektleitung
Peter Schreiner, Elektrotechnik ETH, Basel: Elektronik
Peter Zeller, Physik ETH, Zürich: Messtechnik, PR

Die am Wettbewerb teilnehmenden zehn Studententeams kamen aus Japan, den USA, Kanada und der Schweiz. Wir waren die einzigen, die mit einem Fahrzeug ohne Verbrennungsmotor an den Start fuhren. Als Preis erhielten wir den "Functionality Award" für die beste ergonomische Gestaltung. Schon beim TWIKE I setzten wir eine Reihe innovativer Massstäbe, z.B. die Joystick-Lenkung, Leichtbau und Solartechnik für die Energieversorgung. An der anschliessenden International Human Powered Vehicle Speed Championship 1986 gewann das TWIKE den ersten Preis in der Kategorie der alltagstauglichen Fahrzeuge.

 

    
Der Schub zum TWIKE II

Die regelmässig im Sommer stattfindende Tour-de-Sol, ein Rennen mit Solarmobilen und Elektrofahrzeugen quer durch die Schweiz, wirkte sehr anregend. Da die meisten Mitglieder des Teams ihre Studien abgeschlossen hatten und neue Leute dazustiessen, war wieder Entwicklungskapazität vorhanden.

Zusammen mit der Alusuisse-Lonza Services AG (Leitung: Dr. Jürg Leupp) bei Schaffhausen entwarfen wir eine Fahrzeug-Rahmenstruktur aus Aluminium. Die Konstruktion des TWIKE II war weitgehend modular aufgebaut. Das Fahrwerk bestand aus einer Gabel vorne und Dreieckslenkern hinten. Innovationen waren Scheibenräder aus superplastischer Alu-Legierung, Zahnriemenantrieb und eine stufenlose Pedalübersetzung. Als Hilfsantrieb setzten wir einen Gleichstrom-Elektroantrieb ein, versorgt von NiCd-Batterien. Die Alltagstauglichkeit wurde gegenüber dem ersten TWIKE markant verbessert. Die Arbeitsteilung zwischen Fahrer und Motor erhöhte die individuelle Freiheit.

TWIKE II

Im Herbst 1990 fuhren wir an der Alpinen Solarmobil-Europameisterschaft ASEM, die über mehrere Pässe durch die Bündner Alpen führte. Das TWIKE war mit Abstand das energieeffizienteste Fahrzeug. An der Forschungsausstellung HEUREKA 1991 in Zürich präsentierten wir das TWIKE II und einen Simulator, der die Fahrt über einen Hügel erlebbar machte. Es war eine der Attraktionen des Anlasses. Auf einer simulierten Strecke von rund 40'000 Kilometern testeten wir die Komponenten und die Idee. Inzwischen rüsteten wir einen zweiten Prototyp mit einem leistungsfähigen Drehstromantrieb und einem besseren Fahrwerk aus, um im Herbst 1991 wiederum an der Alpinen Solarmobil-Europameisterschaft und anschliessend an den französischen Meisterschaften in Colmar teilzunehmen.

Mit dem TWIKE II hatten wir gezeigt, dass es möglich ist, ein leichtes, kompaktes, konsequent modular gestaltetes Fahrzeug zu bauen, das einen Pedalantrieb mit einem Hilfsmotor kombiniert und ansprechende Fahrleistungen erzielt. Die Spitzengeschwindigkeit lag bei ca. 75 km/h, die Reichweite bei 40-100 km, je nach Gelände und Fahrweise. Im Markt der Individualverkehrsmittel erkannten wir eine Nische, in die das TWIKE optimal passt. Es deckt das Grundbedürfnis persönlicher Mobilität. Es braucht wenig Platz und entspricht der Sensibilität der Menschen bezüglich Umwelt, Abgase, Lärm, Energieverbrauch und Effizienz.

Konzept

 

TWIKE III - die nachhaltige Mobilität nimmt Gestalt an

Im Herbst 1991 begannen Ralph Schnyder, Christian Meyer und Peter Zeller die Serienentwicklung des TWIKE auf eine professionelle Grundlage zu stellen. Im Januar 1992 gründeten wir die Firma TWIKE Ltd. in Gelterkinden als Aktiengesellschaft. Um Kunden für eine Pilotserie von 200 Fahrzeugen zu finden, organisierten wir Präsentationen, wo wir das TWIKE II den Interessenten vorstellten. Unsere Anstrengungen wurden durch das "Förderprogramm Leicht-Elektromobile" des Bundesamtes für Energiewirtschaft unterstützt. Im Juni 1993 gaben wir die erste TWIKE News heraus. Das Echo was gut, so dass wir mit den Vorbereitungen für die Serie starten konnten. Wir bauten ein professionelles Team von Spezialisten auf.

Die Entwicklung des TWIKE III dauerte rund zwei Jahre. Wir hielten am grundsätzlichen Konzept fest, führten aber Innovationen ein, mit denen wir in verschiedenen Bereichen technisches Neuland betraten: Spaceframe, Karosserie, Elektronik, Batterien, Getriebe, Fahrwerk, Lenkung und weitere Bedienungselemente wurden praktisch neu entwickelt. Die Vorgaben bezüglich Leistung, Gewicht, Reichweite, Energieverbrauch und Fahrstabilität konnten im Serienfahrzeug eingehalten oder sogar verbessert werden. Im Sommer 1995 zeigten wir die ersten Fahrzeuge an einem Anlass der BASF auf dem Hockenheim-Ring in Deutschland. Anfang 1996 rollten die ersten TWIKE der Pilotserie aus der Halle der Stoppani AG im Neuenburger Jura, wo wir sie in Auftrag gegeben hatten. Parallel zur technischen Entwicklung bauten wir das Vertriebsnetz in der Schweiz und Deutschland auf. Eine Aktienkapitalerhöhung der TWIKE AG brachte die notwendigen Mittel für die Expansion. Neu zum Verwaltungsrat kamen Karl Nestmeier aus Deutschland und Rolf Schmidhauser aus Romanshorn und brachten ihre Erfahrung in Vertrieb und Produktion mit.

Im Laufe des Jahres 1996 wurde die Pilotserie bis zum TWIKE 190 ausgeliefert. Die Fahrzeuge bewährten sich im Alltag. Im gleichen Jahr nahm Wolfgang Möscheid mit einem TWIKE an der American Tour de Sol von New York nach Washington teil. In der Kategorie der Serienmodelle war es das effizienteste Fahrzeug. Im Sommer fuhr ein TWIKE von Basel nach Rom als Begleitfahrzeug der Aktion Roll against Ozone.

TWIKE III in Serie

Anfang 1997 waren wir am Autosalon in Genf präsent. Der Übergang zur Folgeserie brauchte rund ein Jahr. Wir bauten auf dem Internet ein Informationssystem auf, das laufend über den Stand der Dinge orientierte. Im Frühling gründeten eine Reihe von Fahrerinnen und Fahrern den TWIKE KLUB, der in der Folge regelmässig Anlässe durchführte und mithalf, ein Verzeichnis der Stromtankstellen für Elektrofahrzeuge herauszugeben.

Ende 1997 wurde die Serie fortgesetzt und die Stückzahl innerhalb 1998 verdoppelt. Die eine Hälfte der Produktion erfolgte in den TWIKE Kompetenzzentren, der Rest wurde extern bei der Firma S-Lem AG in Travers und Lyss in Auftrag gegeben. Die dezentrale Struktur vertiefte das Know-How bei den Servicestellen, um die Kunden optimal zu betreuen. Das TWIKE IIIA konnte gegenüber der Pilotserie nochmals verbessert werden. Die Montage in den Kompetenzzentren brachte mehr Nähe zum Kunden. Wünsche und Ideen flossen in die Entwicklung zurück.

An der Generalversammlung 1998 wurde neu Ruedi Attenhofer aus Füllinsdorf in den Verwaltungsrat gewählt. Im Sommer fuhr eine Gruppe von TWIKE unter der Leitung von Nationalrat François Loeb bis ans Nordkap. Die TWIKE CHALLENGE 98, eine Reise über 10'000 Kilometer, demonstrierte die Leistungsfähigkeit des Fahrzeuges.

Im Herbst 1999 beschlossen die Aktionäre die Fusion der TWIKE AG mit der Firma S-LEM S.A., die bei einem grossen Teil der Fahrzeuge die Endmontage durchgeführt hatte, zur neuen Gesellschaft SwissLEM AG. Dem Verwaltungsrat gehören nun Hans Oetliker und Lorenzo Schmid an.

In den folgenden Monaten wurden intensive Vorbereitungen zur Weiterentwicklung und zur Expansion gelegt. Im Februar 2000 stiess als Geschäftsführer Dr. Jürg Leupp (ehemals Direktor der Alusuisse Technology & Management AG) neu zum SwissLEM-Team. Am Autosalon in Genf wurde ein neuer Fahrzeugprototyp präsentiert, als Markttest, um die zukünftige Entwicklungsstrategie festzulegen.

Wir haben die Basis gelegt, damit sich das TWIKE bei den Kundinnen und Kunden bewährt. Falls Sie eine Gelegenheit wünschen, eines zur Probe zu fahren: Vereinbaren Sie einen Termin im TWIKE Zentrum in Ihrer Nähe. - Die Zukunft beginnt heute!

 

Weitere Bilder aus der Geschichte des TWIKE

 

Aktualisiert: 21. Februar 2000

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