TWIKE Klub

Tour um den Grimsel / Elektromobil-Tag 1998

Am Wochenende des 15./16. August trafen sich Fahrerinnen und Fahrer in Frutigen, um von dort aus während 24 Stunden eine Reise ins Gebirge anzutreten. Mit etwas Verspätung konnte kurz nach Mittag gestartet werden. Die Organisatoren hatten etwas länger als geplant gebraucht, um die rund 220 km lange Strecke nochmals zur Kontrolle abzufahren, die Ladestationen aufzustellen, die Startnummern zu verteilen und letzte Informationen auszugeben. Im Abstand von einigen Minuten machten sich die 40 Piloten mit ihren Begleitern auf den Weg, die einen mit elektrischer Hilfe, die anderen ohne. Es fuhren 4 Unentwegte auf ihren Trottinetten (Tretroller) mit. Die Route führte ins Tal hinunter und entlang dem Thunersee nach Interlaken.


Blick quer über den Thunersee

In Interlaken hatten einige den Eindruck, sie müssten schon mal Energie tanken, andere fuhren gleich weiter nach Meiringen, um erst nach 70 Kilometern das erste Mal zwischenzuladen.


Sicht über Brienzersee zurück nach Interlaken

Mitten in Meiringen war eine kräftige Ladestation eingerichtet worden. Die Gäste der umliegenden Restaurants und die Passanten verfolgten mit Interesse das Geschehen auf dem Platz. Wer wollte, konnte sich die Zeit mit einem Spiel im Gartenschach vertreiben, unter einen Sonnenschirm sitzen, etwas trinken und dem Pianospieler zuhören. Das Wetter war ausgezeichnet. Man startete gelegentlich in Richtung Grimsel, wo man auf halber Höhe beim Hotel Handegg wieder laden konnte. Von Meiringen (595 m.ü.M) bis auf den Grimselpass (2165 m.ü.M) steigt es ganz ordentlich. Bei einigen Fahrzeugen wurden die Batterien so warm, dass die Ladegeräte mitteilten, es sei eine Pause einzulegen. Man konnte sich inzwischen umsehen, einen Kaffee trinken oder sich auf den bereitgestellten Liegen ausruhen.

Das Feld zog sich auseinander. Während die ersten schon über den Grimsel kletterten, warteten andere noch unten im Tal, bis ihre Fahrzeuge genügend nachgeladen hatten. Die Sonne bratete auf die Felsen. Der Fahrtwind kühlte etwas. Besonders die TWIKE-Fahrerinnen und Fahrer, sowie die Sportler auf den Tretrollern wussten das zu schätzen. Die Fahrt ging hinunter ins Oberwallis, durch zahlreiche Dörfer nach Münster, wo ein weiterer Haltepunkt eingerichtet worden war. Wer wollte, konnte hier laden. Die Gastfreundschaft der Einheimischen war wie überall ausgezeichnet. Draussen gab es Steckdosen, drinnen im Musikzimmer etwas zu trinken und zu knabbern, oben ein Liegeraum für die Müden. Das Gespräch unter Fahrern und Gastgebern war ein Vergnügen.

Weitere Haltepunkte bei Brig und Gampel standen zum Nachladen bereit. Nicht alle nutzten diese Gelegenheiten. Je nach Fahrzeug konnte man mal eine Station überspringen. Abends um 6 Uhr waren die ersten in Brig. Rund ein Dutzend Fahrzeuge schafften es, bis vor Betriebsschluss um Mitternacht in Goppenstein den Autozug durch den Lötschberg zu erreichen. Wer - wie der Webmaster - vergessen hatte, einen Transportgutschein mitzunehmen, musste 25 Franken Transportgebühr bezahlen. Dafür konnte man sich während der Fahrt im kühlen Tunnel ein bisschen in den Schlaf schaukeln lassen.


Auf dem Autozug in Goppenstein

Wer früh genug in Frutigen ankam, machte sich gleich auf zur nächsten Runde. In der Nacht sah man nicht mehr viel. Auf dem Grimselpass war es stockfinster, so dass der Sternenhimmel mit der Milchstrasse wunderbar zu sehen war. Kein Verkehr, das Rauschen der Bäche, das Funkeln der Sterne. Es wurde langsam kühl. Die Haltepunkte wurden wichtig, um sich ordentlich auszuruhen, da man schon lange unterwegs war.

Einige beschlossen bei der zweiten Ankunft in Frutigen, gleich noch ein Stück weiterzufahren und dann wieder zurückzukehren, um die Kilometerleistung weiter zu steigern. Andere liessen das bleiben und nahmen es gemütlich, um für die Heimfahrt fit zu sein.


Gespanntes Publikum vor der Preisverleihung (links stehen die Tretroller)


Edi Stolz (ECS) als Speaker, sekundiert links von Ruedi Jungen (OK Frutigen) und recht von Wilfried Blum (Präsident ECS)

Um zwei Uhr am Sonntag war Preisverleihung. Die Pokale wurden von Edi Stolz und Wilfried Blum (ECS), und Ruedi Jungen (Vertreter aus Frutigen) vergeben. In der Kategorie der leichten Elektromobile heisst der Sieger Peter Disler, der in seinem ausgebauten Mini-el S über ein extrastarkes Ladegerät verfügte. Bei den TWIKE-Fahrern kam es darauf an, wer das Fahrzeug gut kannte und Batterielüfter eingebaut hatte. Auf dem zweiten Platz das Team von Christoph Oetliker (TWSL 10'063) aus Muri BE mit Beifahrer Lukas Jenni aus Solothurn, auf dem dritten Thomas und Lisbeth Heinzer (TW 244) aus Ibach SZ.

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Die Sieger der Kategorie: Thomas und Lisbeth Heinzer, Peter Disler, Christoph Oetliker und Lukas Jenni (v.l.n.r)

Weitere Teilnehmer mit TWIKE waren Beat Lamprecht und Regula Grunder (TW 082), Paul Beeler (TW 117), Robert Widmer (TW 021)), Doris und Ernst Gadient mit den beiden Kindern (TW 090 und TW 294), Max Werner (TW 239), Martin Schmid und Kathrin (TW 034), Martin Herrmann (TW 113), Heinz Mundwyler (TW 056), Paul Schärer (TW 255) und Peter Zeller (TW 003). Ein paar Leute waren vom Pech verfolgt. Michael Anders (TWSL 10'065) aus Effretikon hatte am Mittwoch vorher einen Unfall mit Totalschaden. Er ist zum Glück unverletzt. Markus Speich (TW 058) aus Glattbrugg blieb auf der Hinfahrt in Rotkreuz stecken. Urs Herzog mit Tochter Anja (TW 160) aus Brugg schafften nur die erste Etappe. Während der ersten Ladung in Meiringen meldete die Elektronik eine Verbindungsstörung, so dass er aufgeben musste.

Bericht vom Elektromobil-Club der Schweiz ECS mit Rangliste bei http://www.ecs-five.ch/news.htm

Fahrdaten des TWIKE 003 an diesem Wochenende:
Gesamtstrecke am Samstag und Sonntag: 615 km (Zürich-Bern-Thun-Frutigen-Grimsel-Brig-Lötschberg-Brünig-Luzern-Zürich)
Länge der Runde Frutigen-Interlaken-Meiringen-Handegg-Grimsel-Münster-Naters-Gampel-Goppenstein-Kandersteg-Frutigen: 221 km
Energieverbrauch für 615 km: ca. 30 kWh (umgerechnet 3 Liter Benzin); Energiekosten weniger als 5 SFr.
Energieverbrauch pro 100 km: 5.5 kWh

Die einzelnen Etappen zeigen, dass der Energieverbrauch in den Steigungen (z.B. Meiringen-Handegg) ungefähr doppelt so hoch ist wie in den flachen Stücken (Zürich-Kölliken-Bern).

Ausschreibungsinformationen der Grimsel-Tour 98

Weiterer Termin: Energie-Tag und MOBILTREND in Frutigen, 12./13. September 1998 (Sa ab 9 Uhr)

 

Aktualisiert: 17./28. August 1998 / pz

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