TWIKE Klub

Oberägeri der Sonne entgegen

von Martin Schmid (TW 034)

Zum Anlass der Feier "200 Jahre Helvetische Republik" und "150 Jahre Schweiz" fand am 30. Mai 1998 im Kantonshauptort Zug ein grosses Fest statt. Den Besuchern fiel der Stand der Gemeinde Oberägeri auf, wo eine Reihe von TWIKE gastierte. Teilgenommen haben Robert Widmer und Renate (TW 021), Reto Michel (TW 023), Martin Schmid (TW 036), Heinz Mundwyler (TW 056), Markus Speich "Maschpi" (TW 058), Hugo Lüscher (TW 068), Frank Rupp (TW 075), Baul Beeler (TW 117), Beda Braun (TW 141), Thomas Heinzer-Föhn (TW 244) und ein weiterer TWIKE-Fahrer aus der Gegend.

Auf dem Weg von Winterthur nach Zug legte ich einen kurzen Boxen-Stop am Zürichsee ein, in Küsnacht bei Leutenegger Energy Control, dem Hersteller von innovativen Kleinmodul-Photovoltaikanlagen.

LEC

Danach ging’s mit der Fähre über den See nach Horgen und flugs über den Hirzel. In Baar standen schon  viele TWIKE. Eine Pfadiübung kam zu einer Staunpause.

Pfadi

Im Gänsemarsch fuhren wir in die Stadt und verwirrten sämtliche Verkehrsdirigenten, weil wir immer etwas anderes wollten als sie. Endlich fanden wir das Festzelt der Gemeinde Oberägeri.

Während dem Begrüssungsapéro informierte uns Erica Albisser, die Organisatorin, über den Ablauf und verteilte uns T-Shirts. Wir sollten zehn Würdenträger der Gemeinde Oberägeri vor die Bühne auf dem Landsgemeindeplatz chauffieren, dort das Ende der Eröffnung abwarten und sie wieder heil zurückbringen. Dabei wurde auch ein genauer Zeitplan zugrunde gelegt.

Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt... (A. Hitchcock). Es war etwa wie wenn wir während der Zürcher Streetparade über das Bellevue twiken müssten! Es gestaltete sich als äusserst schwierig, einen lautlosen Weg durch diese Massen zu bahnen. Als wir unsere kostbare Fracht abgeliefert hatten, waren wir plötzlich unerwünscht und mussten uns in verschiedene Ecken verkrümeln.

Fest

Nun konnten wir das bunte Treiben bewundern, von Treichlern bis Robocop, französische Söldner- und schweizerische Bauerntrachten. Dieter spielte uns auf seiner 150-jährigen amerikanischen Drehorgel ein Ständchen - danach tauschten wir Prospekte...

Musik

So komisch sehen typische TWIKER aus, bzw. Fachsimpler unter sich.

TWIKE Piloten

Irgendwie schafften wir es, dass alle Passagiere wieder zu ihren Fahrzeugen kamen und eine zusammenhängende Kolonne fahren konnte. Mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von ca. 2 km/h über Bordsteine in einem Meer aus Pferde- und Menschenbeinen bahnten wir uns die ca. 300 Meter zurück. Mein Passagier war der Gemeindepräsident. Er hatte ein Zehnliter-Glas voll Bowle auf dem Schoss. Dieses galt es verschüttfrei zu transportieren, was uns auch fast gelang.

Heiss - Hunger - Durst! Endlich konnten wir uns gütlich tun an den verschiedenen echten Leckerbissen der Ess- und Getränkestände der Gemeinde Oberägeri und auch einige TWIKE wollten mit Strom versorgt sein. Sinnigerweise stand über dem Stromverteiler ein zwei Quadratmeter-Panel (Megalino Handy), was wieder einmal suggerierte, es könne direkt ab der Sonne getankt werden.

Einige TWIKE mit unermüdlichen Fahrern standen weiterhin für Probefahrten zur Verfügung. Einer der Interessenten revanchierte sich mit einer Probefahrt in seinem Horlacher "Ei", welches in seiner Konstruktion noch aus der Tour-de-Sol Pionierzeit stammt. Das winzige Ding ist tatsächlich auch ein Zweisitzer, wenn auch ein enger. Es ist durch die sehr aerodynamische Form und einen ähnlichen Antrieb sogar noch effizienter als das TWIKE, wird leider aber nicht mehr gebaut.

Hochlacher Ei und TWIKE

Mit einem Sonnenbrand und einem vollen Bauch machte ich mich um 17.15 Uhr auf zum nächsten Termin in Zürich. Der Gemeinde Oberägeri wünsche ich viel Glück auf ihrem nachhaltigen Weg in die Zukunft!

 

Aktualisiert: 31. Mai 1998 / ms

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