vom 21. April 1999 vor der Generalversammlung
1999 der TWIKE AG, CH-4450 SissachVom Erfinder zum
Unternehmer
Die Schweizer TWIKE AG entwickelt, verkauft und produziert mit
verschiedenen erfahrenen Partnern seit 1996 das derzeit erfolgreichste elektrische
Leichtbaufahrzeug in der Schweiz. Der Abschluss der TWIKE AG, Sissach (BL), zeigt auf,
dass es der Firma gelungen ist, mit der Abwicklung der zweiten Fahrzeugserie den Sprung
vom Erfinder zum Unternehmer zu machen. Mit gezielter Optimierung der Wertschöpfungskette
und der Konzentration auf die Kernkompetenzen konnte sie im dritten operativ tätigen Jahr
bereits einen positiven Cashflow ausweisen.
Die TWIKE AG kann auf ein sehr erfolgreiches Jahr 1998 zurückblicken.
Mit dem Start einer neuen Serie - die vorherige lief anfangs 1997 aus - konnten 180
Neufahrzeuge verkauft werden; in der Schweiz wurde damit ein Marktanteil von 73% der in
Verkehr gesetzten geschlossenen Elektro-Strassenfahrzeuge mit mindestens zwei Sitzplätzen
erzielt. Die Flotte der TWIKE hat sich damit auf 400 Fahrzeuge verdoppelt.
Ein Höhepunkt in der bisherigen Geschichte des TWIKE war die TWIKE Challenge 98
zum Nordkap: Ein halbes Duzend TWIKE sorgten mit dieser über 10'000 km langen Reise für
Aufsehen in 17 europäischen Ländern und bewiesen anschaulich die Zuverlässigkeit des
innovativen Fahrzeugs.
Im September 1998 fand der Umzug der TWIKE AG von Gelterkinden an die
Bahnhofstrasse in Sissach statt. Die Räumlichkeiten bei der Sixmadun AG bieten beste
Voraussetzungen für die Entwicklung der TWIKE AG. Als regionales TWIKE Kompetenzzentrum
wartet, verkauft und montiert sie TWIKE Fahrzeuge. Die Verbindungen zur Entwicklung,
Vormontage und Verwaltung im gleichen Gebäude ist damit kurz und effizient. Auch die
Lizenzproduktion in 9 weiteren Kompetenzzentren in der Schweiz, Deutschland und USA trägt
zum positiven Resultat der TWIKE AG für das Jahr 1998 bei. Das seit Ende 1997
selbständig tätige TWIKE Kompetenzzentrum in Bern ist das Vorbild für die zukünftige
Verkaufs-, Montage- und Servicestruktur.
Auch aus finanzieller Sicht kann das Geschäftsjahr 1998 als erfolgreich
bezeichnet werden. Bei einem Umsatz von Fr. 4,2 Mio. (1997 = 0,8 Mio. und 1996 = 4,1 Mio.)
weist die Erfolgsrechnung zwar noch einen Verlust von Fr. 0.227 Mio. aus; vor
Abschreibungen, vor allem auf Entwicklungskosten, und vor Zinsen (EBITDA) bleibt jedoch
ein Überschuss von Fr. 67'000.- bestehen. Diese Verbesserung des operativen Geschäftes
gegenüber den Vorjahren (1997 = Fr. -0,2 Mio. und 1996 = Fr. -0,5 Mio.) ist darauf
zurück zu führen, dass mehrere Produktionsschritte in die TWIKE AG integriert worden
sind. Damit werden die Kapazitäten und Kompetenzen der Firma effizienter genutzt und die
Wertschöpfungskette optimiert.
Das Eigenkapital hat mit Fr. 1,255 Mio. einen Anteil von 56% an der
Bilanzsumme und deckt das Anlagevermögen, welches zu zwei Dritteln aus aktivierten
Entwicklungskosten besteht, zu 95%. Im Hinblick auf die weitere Entwicklung wird der
Generalversammlung der Antrag zur Erhöhung des Aktienkapitals sowie zur Schaffung von
Partizipationsschein-Kapital vorgeschlagen. Aktien und Partizipationsscheine können frei
gezeichnet werden. Die Planung sieht vor, weitere Investitionen in die Schlüsselbereiche
des TWIKE Antriebs zu tätigen und gleichzeitig die Kundenbetreuung der 400 Fahrerinnen
und Fahrer durch den Aufbau von hoch qualifizierten TWIKE Kompetenzzentren zu optimieren.
Die Aussichten für das Jahr 1999 können als sehr gut beurteilt werden:
das in vielen Punkten optimierte und im Detail neu gestaltete Modell TWIKE 99 stösst auf
lebhaftes Interesse und wirkt sich direkt auf den Bestellungseingang aus. Die Schweiz
profiliert sich damit weiter als Entwicklungs- und Produktionsstandort von
zukunftsfähigen Leichtfahrzeugen.