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Reisebericht TWIKE Challenge von François LoebFünfte Woche: 27. Juli - 2. August 1998Route: Oulu (FIN) Honningsvåg (N) Nordkap Nach einem Erholungstag in Oulu mit viel Schlaf und Einkauf von Verpflegung (erstmals luftgetrocknetes Ren, das wie Bündnerfleisch schmeckt) Weiterfahrt in den Norden Finnlands. Leichter Anstieg, wunderbare Flusslandschaft, kaum mehr Dörfer. Aufgeladen wird auf einem kleinen Bauernhof, der Bauer, im Hauptberuf Sozialhelfer, züchtet südafrikanische und australische Strausse, gibt uns bereitwillig jede Auskunft über die Straussenzucht und das Straussenverhalten. Eine echte Überraschung, hier im Norden solchen Tieren zu begegnen, deren 1'400 es in Finnland gibt. Am Abend eine weitere Überraschung, das Camping liegt auf einem Hügel, 3 km steiler Anstieg, die Energie geht fast allen Fahrzeugen aus. Der Fehler meiner Berechnung (wer rechnet auch mit einem Bergcamping hier, wo Hügel eher gezählt sind) kostet dem Team viel Kraft und Schweiss, peinlich besonders, dass mein Fahrzeug die Steigung problemlos schafft. Das Nachtessen schmeckt dafür besonders gut, die Hütten sind superkomfortabel (mit Sauna!) und ein Schutz vor den gefrässigen Mücken. Weiterfahrt durch hügliges Gebiet, die Muskeln werden gefordert! Überquerung der norwegischen Grenze, keine Kontrolle, da Norwegen als EWR-Mitglied zu den Schengener Staaten gehört. Die Etappen werden länger. Kaum Dörfer oder Weiler zum Zwischenladen. Wir beschliessen, in einem eingezeichneten Hotel Strom zu beziehen, dieses aber ist stillgelegt, die hochbetagte Besitzerin öffnet erst nach Feldstechervorhangzwischenblicken zögerlich. Kein Strom, nur eine funktionierende Steckdose. Ein TWIKE wagt die letzten 20 km bis zur Übernachtungshütte mit fast leeren Batterien, vier fahren zu einem einsamen Haus, wo wir von der Frau des Hauses, sie ist Postbeamtin in der 40 km entfernten Stadt, besitzt einen Lastwagen, mit dem sie im Winter die Staatsstrasse offenhält, und passionierte Elchjägerin, gastfreundlichst empfangen, bestromt und bewirtet werden. Vor der Übernachtungshütte empfangen uns Millionen-Mückenschwärme, die ihr Nachtessen sichtlich geniessen, wie wir übrigens auch, der Lappländische Eintopf (Renfleisch, Käse, Schaffleisch) zubereitet von der Grossmutter des Besitzers schmeckte himmlisch. Um 5.30 bereits Abfahrt. Lange Etappe nach Honningsvåg auf der Nordkapinsel. Die erste Aufladung nach 90 km problemlos. Am nächsten Ort in einem Touristencamping klappt es dann nicht, der Besitzer verweigert den Strom, verweist uns des Platzes, da wir nicht bei ihm übernachten. Aufteilung der Fahrzeuge auf Privathäuser. Ich werde von einem Witwer, der mir seine ganze Lebensgeschichte erzählt, bewirtet. Weiterfahrt zur Fähre. Da mein Fahrradantrieb streikt, habe ich Probleme, die lange Strecke zu bewältigen. Verpasse die Fähre, erreiche Honningsvåg erst nach 23.00, es ist immer noch hell! Am 1. August werden wir vom Bürgermeister der Nordkapgemeinde empfangen. Er zeigt uns nach Gipfeltrunk (wir haben ihn nach 31 Reisetagen wahrlich verdient) die Nordkapanlagen, welche dem Jungfraujoch ähneln. Nebel, keine Sicht, aber das gute Gefühl, das Ziel erreicht zu haben, lässt die Sonne im Inneren scheinen! Abends 1. Augustfeuer, das der Bürgermeister an einem Bergsee für uns vorbereitet hat. Es ist kalt, wir frieren, die langen Unterhosen, Windjacken und Pullover kommen zu Ehren. Raketen, so die Abmachung unter uns, dürfen erst nach Einbruch der Dunkelheit abgefeuert werden. Und da hier keine Nacht einbricht, haben wir auch keine Raketen mitgeführt.... Wohltuend, so ein ruhiger erster August mit Pouletschenkeln und Toast aus der Glut! Der Bürgermeister feiert und friert mit uns, um 22.30 Aufbruch zurück nach Honningsvåg zum Ruhetag, der individuell verbracht wird. Dann Aufbruch zur Rückfahrt, wir freuen uns auf die Fjorde, und auch die Sonne zeigt sich wieder! Mit nördlichsten Grüssen Ihr François Loeb zum Reisekalender - zu den Bildern - zum Bericht der 6. Woche
update 05.12.98
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