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Reisebericht TWIKE Challenge von François LoebSiebte Woche: 10. - 16. August 1998Route: Korgen (N) Trones Levanger Trondheim Hjerkinn Lillehammer Oslo Plötzlich wird es wieder Nacht! Wir haben uns so an weisse Nächte gewöhnt, dass der erste Stern, den wir sehen, uns wie ein Wunder vorkommt! Unser Weg führt ja jetzt nach Süden. Immer der Europastrasse 6 nach. Es ist eine der schönsten Strassen, die ich je gefahren bin. Wilde Berglandschaften wechseln mit herrlichsten grün-blauen Fjorden, die Vegetation karg bis üppig, Wälder lösen hochalpine Stein-, Schnee- und Gletscherwelten ab. Die Strecke ist so vielfältig, dass die Tage nur so fliegen, wir geniessen die Aussichtspunkte und schwitzen wie Bären in den Steigungen. Von Meereshöhe auf 1'000 Meter und wieder zum Meer, wo uns der nächste Aufstieg erwartet. Saunas, die wir bei unseren Nachtunterkünften antreffen, werden schnöde verschmäht, das Wasser rinnt auch so von unseren Stirnen, obwohl die Temperatur in den Bergen 10 Grad kaum übersteigt und uns eisige Winde in den Ladepausen von der heimatlichen Hitzewelle - von der wir über Telefon hören - träumen lassen! Elektrischen Strom erhalten wir meist ohne grosse Schwierigkeiten, obwohl es manchmal zu Energieknappheiten kommt, brauchen wir doch bei den Steigungen viel Strom. Die Abfahrten aber, die rassig vor sich gehen, laden dank Rekuperationsbremsen unsere Batterien teilweise wieder auf, unsere tägliche Distanz beträgt weiterhin über 200 km. Nach 10 anstrengenden Etappen ohne Ruhetag geniessen wir die Rückkehr in die Zivilisation in Trondheim doppelt! Der Polarkreis ist wieder überschritten, der Verkehr nimmt zu, der Schnee rückt in die Ferne. In Trondheim - einem wunderbaren Ort mit herrlichem Dom - haben wir Kontakte zur Universität. Die Zeitungen widmen unserer Expedition und dem schweizerischen High Tech Produkt TWIKE ganze Seiten. Wir posieren in und um unser Fahrzeug für die Fotografen, die Bevölkerung kann probefahren und macht davon regen Gebrauch. Gestärkt und ausgeruht nehmen wir den Weg nach Oslo unter die Räder und Pedale. Mit über 1'000 m Höhe überklimmen wir den nächsten Pass, wo wir in einem Militärlager der norwegischen Armee Strom tanken dürfen. Zum ersten Mal friere ich wie ein Schlosshund, in Shorts, die langen Hosen sind zuunterst im Gepäck, versuche ich, es dem Offizier gleichzutun, der in einem T-Shirt munter mit uns plaudert. Im Hotel auf der Passhöhe brennt ein Kaminfeuer, das mich aus meinem Tiefkühlzustand erlöst! Nachts träume ich vom warmen Murtensee und der Hitzewelle in der Heimat. In Oslo erwartet uns ein von der Schweizerischen Botschaft vorbereitetes Programm, wir treffen hier spätabends ein, die Grossstadtatmosphäre ist für uns ganz ungewohnt, wir müssen uns wieder an Lichtsignale, Kreisel und eilige Menschen gewöhnen, deren oberstes Ziel es ist - so scheint es jedenfalls aus TWIKE Sicht - keine Sekunde zu verlieren und das Gas- und Bremspedal entsprechend zu malträtieren. Morgen geht es Richtung Schweden, wir freuen uns alle, unserem Ziel in grossen Schritten näherzukommen! Mit nun schon südlicheren Grüssen Ihr François Loeb. zum Reisekalender - zu den Bildern - zum Bericht der 8. Woche
update 05.12.98
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