TWIKE Challenge 98

 

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TWIKE Klub

Reisebericht TWIKE Challenge von François Loeb

Achte Woche: 17. - 23. August 1998

Route: Oslo (N) – Strömstad (S) – Göteborg – Halmstad – Kopenhagen (DK)

Die Zivilisation hat uns endgültig wieder eingefangen. Das bemerken wir beim Verlassen von Oslo, am Tag nach Demonstrations-Fahrten in strömendem, wolkenbruchartigem Regen. Stossstange an Stossstange stehen die Autos kilometerweit, um zum Stadtzentrum zu gelangen. Glücklicherweise fahren wir stadtauswärts, aber auch hier starker Verkehr auf der Autobahn, die wir benutzen. Wir fahren über 60 km/h und brauchen entsprechend Energie - vorbei die Zeiten, als wir mit einer Batterieladung in gemächlichem Tempo über 100 km schafften. Aber ein Verkehrshindernis wollen wir nicht sein (das TWIKE fährt ja 85 km/h Spitzengeschwindigkeit), und sind froh, rasch den Abgaswolken zu entrinnen. Unsere Rettung ist dann eine Velokarte, sodass wir auf Nebenwegen in stetigem Auf und Ab die schwedische Grenze erreichen. Ein schöneres Küstenstädtchen als das andere durchfahren wir, übernachten auf einem Campingplatz, um tags darauf den herrlichen schwedischen Strandstrassen zu folgen. In einem kleinen Hafen treffen wir eine Schweizer Segeljacht, deren Mannschaft kaum glauben will, dass wir mit unseren Miniautos in diesem eher regnerischen nordischen Sommer das Nordkap erreichen konnten. Als wir immer noch auf Velowegen twikend ins Landesinnere abbiegen, verfahren wir uns so perfekt, dass wir mit vierstündiger Verspätung in Göteborg eintreffen, wo uns der Schweizer Konsul trotz kalter, langer Wartezeit empfängt. Am nächsten Tag stellen wir unsere Fahrzeuge aus und fahren, angeführt von einem 1904 gebauten Elektroauto, eine Parade durch die Stadt. Anschliessend stellen wir unser Fahrzeug im Oekozentrum Göteborgs vor, machen unzählige Probefahrten und werden in historischen Gebäuden vom Bürgermeister empfangen. Am frühen Morgen Weiterfahrt nach Halmstad; es regnet in Strömen. In dieser kleinen Stadt verbringen wir eine unruhige Nacht, wird doch gegen ein Uhr morgens in die meisten unserer Fahrzeuge eingebrochen. Ein Teammitglied beobachtet den Einbruch, alarmiert die Polizei, ein anderes rennt im Pijama den jugendlichen, wohl nicht mehr nüchternen Dieben nach, zwei können durch die Polizei angehalten werden, die meisten unserer Rucksäcke können sichergestellt werden. Sobald der Tag hell genug ist, machen wir uns auf die Suche weiterer vermisster Gegenstände, finden im Park Visiten- und Telefonkarten, sowie einen Regenschirm aus unserem Besitz, leider aber nicht die zahlreichen Kabel und bespielten Videofilmaufnahmen unserer Reise. Wir hoffen immer noch, dass diese gefunden und uns nachgesandt werden. Auch dieses Erlebnis führt uns die Rückkehr in die "zivilisierte" Welt plastisch vor Augen!

  Kopenhagen

Müde verlassen wir das Städtchen, um uns auf der kurzen Fährenfahrt nach Dänemark durch den kalten Wind wieder ganz wecken zu lassen. Nach 50 km Fahrt erreichen wir Kopenhagen, stellen unsere Velo-Autos vor das Rathaus und werden von der dänischen Bevölkerung richtig umlagert. Am folgenden Tag nehmen wir an der Feier zum 85. Geburtstag der Skulptur der kleinen Meerjungfrau teil. Auch hier sorgt schweizerische High-Tech für Aufsehen. In kleinen Gruppen durchstreifen wir dann die dänische Metropole, besuchen die Sehenswürdigkeiten und begeistern uns am TIVOLI, das durch eine Blumenschau besonders herausgeputzt ist. Nun geht es nach Deutschland, und schon bald (in 16 Tagen) sollten wir in Bern eintreffen.

Mit sich in Riesenschritten nähernden Grüssen
Ihr François Loeb

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update 05.12.98

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