TWIKE Challenge 98

 

CHALLENGE 98
INHALT
FOTOS
REISE
BERICHTE
TAGESNOTIZEN
PRESSE
ENERGIE

< zurück

TWIKE Klub

Bericht über die letzte Etappe von Hamburg nach Bern, 28. August bis 9. September 1998

 

Freitag, 28. August 1998

Die Stromkuh

Der Weg führt heute von Hamburg nach Bremen. Die Strecke ist nicht so lang wie die übrigen Tagesetappen, so dass man es sich gemütlich nehmen kann. - Das Challenge Team besteht nun aus den folgenden Fahrerinnen und Fahrern: Max Batt, Ernst und Cathy Dörflinger, François Loeb, Wolfgang Möscheid, Heidi Oberli, Maya Schnyder, Markus Speich und Bernd Werner.

Markus Speich am Nachmittag kurz vor fünf Uhr: "Wir sind in Bremen angekommen und auf den Platz eingewiesen worden. Jetzt nehmen wir gerade die 'Kuh' heraus und beginnen mit dem Laden. - Es ging heute sehr gut. Wir haben in Tostedt zwischengeladen und sind dann etwa 80 km nach Bremen gefahren. - Letzte Nacht habe ich das erste Mal im TWIKE geschlafen. Ich hatte ja extra ein Bett eingerichtet. Es war tiptop. Ab und zu musste ich mich umdrehen während der Nacht. Es ist natürlich nicht so bequem wie zu Hause im Bett. Aber es ging. Am Morgen sind sie gekommen, mich zu wecken. Wir waren in einem Hof an der Gausserstrasse, der abgeschlossen war. Wir fuhren dann erst etwa um zehn Uhr weg."

Muuh  Die "Stromkuh"

Wolfgang Möscheid: "Die Fahrt läuft super, aber wir haben schon wieder Regen. Gestern hatten wir schönes Wetter. Wir stehen oben auf dem Marktplatz vor der Handelskammer. Dort können wir laden. Wir haben eine ordentliche Steckdose zurechtgelegt bekommen. Dort wo wir hingekommen sind, hatten wir immer gleich passend Strom. Stromkuh angesteckt, Fahrzeuge anstecken, das dauert jetzt keine fünf Minuten mehr. So sollte es auch sein, so war es geplant. - Heute sind wir die meiste Zeit im Schnitt so um die 46 km/h gefahren. Das ist nicht so anstrengend langsam und auch nicht so anstrengend schnell. - In Tostedt haben wir eine transportable Ladestation bekommen, die extra für uns gebaut worden ist. Mit 10 Steckdosen à 16 Ampère abgesichert, zusätzlich 2 mal 32 Ampère Drehstrom-Steckdosen, mit einem Sicherungskasten fix und fertig. Die haben gesagt, sowas brauchen wir sowieso, wenn wir irgendwann mal Elektromobile nachladen wollen, die auf einer Tour vorbeikommen. Sie haben es in einer Lehrlingswerkstatt bei der EWEÜNH gemacht. Das ist der lokale Energieversorger, der etwa 600'000 Einheiten an Wohnungen und eine Industrie versorgt. Die sind aktiv und machen was. Sie haben jedem von uns ein Lebkuchenherz geschenkt!"

 

Samstag, 29. August 1998

Prioritäten

Von Bremen gehts weiter nach Münster. In der Zeitung von Osnabrück kam schon vor zwei Wochen ein Artikel, so dass die Leute wissen, wer vorbeikommt.

François Loeb: "Wir haben uns aufgeteilt, um auch den Anlass in Rheine zu besuchen. Wolfgang, Maya und Maschpi gingen dorthin und fuhren dann bis nach Enschede, wo sie übernachteten. Wir sind am Morgen in Münster früh aufgestanden und haben uns dann in Enschede wieder getroffen. Wir können nicht alle Programme mitmachen, wenn ein Anlass 50 km ab der Strecke liegt, irgendwo zu einer Schule oder einem Pressetermin. Die Leute - ich selber auch - beginnen langsam müde zu werden, wenn wir zwei Monate lang jeden Tag fahren. Ich habe jetzt eine zentrale Aufgabe: ich muss die Mannschaft heil, gesund und ausgeruht in die Schweiz bringen. Das hat jetzt Priorität. Darum müssen wir uns manchmal aufteilen. Wir sehen dann, was wir machen können."

 

Sonntag, 30. August 1998

Es läuft und läuft und läuft

Heute wird die lange aber dafür flache Etappe nach Amsterdam unter die Räder genommen. - Mobiliteit krijgt een nieuwe dimensie.

  Grachten in Amsterdam

François Loeb am Abend: "Wir sind gerade beim schweizerischen Generalkonsulat in Amsterdam eingetroffen. Wir bekommen einen Champagner als Willkommtrunk. - Es ist eine weite Strecke von Münster, 285 km, wunderbar, holländisch, eine Fahrt durchs Land. Wir sind alles Nebenstrassen und Velowege gefahren. Ich habe eine Karte gekauft und Bernd hat den Weg geplant. Wolfgang wollte etwas schneller fahren - aber er ist noch nicht angekommen... Wir fahren etwa 45 km/h, das gibt die besten Distanzmöglichkeiten. Das Fahrzeug ist tiptop, läuft bestens, keinerlei Probleme. Wie ein VW. Wir sind froh, wenn wir wieder mal drei Nächte im gleichen Bett schlafen können, im eigenen Nest. - Heute haben wir gerade 10'000 km überschritten. Wir fahren zum Teil andere Wege, als wir geplant hatten. Eine einmalige Reise!"

 

Montag, 31. August 1998

Die indonesische Reistafel

Ein Tag in Amsterdam. - Hier ist der neunte Wochenbericht von François Loeb.

  Beim Konsul Keiser

Wolfgang Möscheid: "Wir sind eingeladen worden vom Konsul. Er hat einen Empfang gegeben für uns und die Journalisten, sicher etwa 30-40 Leute. Die bekannten grossen Zeitungen waren da. Anschliessend sind wir kleine Proberunden gefahren mit den Journalisten. Im Laufe des späten Nachmittags sind wir wieder los in die Stadt, um dort eine indonesische Reisplatte zu essen. Es war ein riesen Essen und Spektakel drumherum. Die Indonesier standen da und haben sich die ganze Zeit um uns gekümmert und uns bewirtet. Das Essen war total grosszügig mit vielen verschiedenen Gängen, Reis, ein zweiter Starter, viele verschiedene Fleischsorten, die wir benutzen konnten. - Unterwegs gucken die Holländer interessiert. Ich denke, die sind sowieso seit eh und je mit dem Fahrrad unterwegs. Scheinbar ist es gar nicht so was grossartig verwunderliches mit dem TWIKE hier unterwegs zu sein. Es wird lustig aufgenommen, die ganze Geschichte."

 

Dienstag, 1. September 1998

Rotlichter und Windmühlen

Man ist auf dem Weg von Amsterdam nach Brüssel, rund 220 km. In Schoonhoven (NL) gibts eine Ladepause bei einer Tankstelle, wo man essen und telefonieren kann.

Wolfgang Möscheid: "Was hier blockt beim Fahren, das sind die Ampelschaltungen. Ich hatte erwartet, wir bekommen mehr Kreisel, wie ich es von früher her kenne. Aber auf den Strassen hat es so viele Ampeln, die nicht aufeinander abgestimmt sind. Wenn du die normale Geschwindigkeit fährst in der Stadt, mit fünfzig, dann stehst du nur vor Rotlichtern."

Ernst Dörflinger: "Wir sind gerade an einer Tankstelle am laden. Es gibt 'Shell Super'. - Jetzt bin ich bald zwei Monate dabei. Es geht bestens. Es ist eine tolle Sache, vorallem jetzt in Holland. In einem kleinen Dorf hatte ich einen platten Reifen. Während dem Pneuwechsel konnte ich einstecken und die Leute haben uns Kaffee gebracht. Auch hier, kaum haben wir uns niedergelassen, haben sie gesagt, ah ja, wir haben euch auf dem Titelblatt in der Zeitung gesehen. Sie haben uns guten Strom und Kaffee gegeben. Die Leute sind sehr hilfsbereit. - Wir haben kleine Strassen genommen, den wunderbaren Kanälen entlang. Das war traumhaft schön. Wir haben Holland kennengelernt, wie wir es vorher nie gekannt hatten. An alten Windmühlen vorbei, an Kanälen mit kleinen Brücken, alten Häusern, wunderbaren Gärten. Es ist eine der schönsten Strecken gewesen, wo man es zuletzt erwartet hat. Man denkt sonst von Holland: Deiche, flach und Meer."

Cathy Dörflinger: "Wir fahren durch eine wunderschöne Landschaft, auf kleinen Strassen, an Bauernhöfen vorbei, den kleinen Kanälen entlang, schöne Gärten, Felder, Vögel. Ich war schon in Amsterdam und Rotterdam, aber über Land bin ich noch nie gefahren. Es ist ganz anders. Wir gleiten durch die Gegend und die Leute sind freundlich, alle winken, alle helfen."

  Brüssel

 

Mittwoch, 2. September 1998

Ich schenk ihm einen TWIGEL

Die sechs TWIKE sind in Brüssel, der Hauptstadt Belgiens. Im Norden steht das 102 Meter hohe und 2'400 Tonnen schwere Wahrzeichen der Stadt: das Atomium, ein Modell eines kubisch-raumzentrierten Eisenkristalls mit 9 Atomen. In Aluminiumglanz für die Weltausstellung 1958 erbaut zieht es auch heute Touristen an, die sich die Ausstellung im Innern ansehen oder das Restaurant in der obersten Kugel besuchen.

Gegen Abend fährt das Team der TWIKE Challenge früher los als ursprünglich geplant nach Aachen.

Wolfgang Möscheid unterwegs: "Wir sind in Tongeren, einer belgischen Stadt kurz vor der Grenze, und durften an einem Restaurant nachladen, das einen Selbstbedienungs-Service hat. Wir haben gleich Strom bekommen, die Leute kennen sich gut aus. Der Besitzer ist Chef bei der Polizei und fährt als Hobby diesen kleinen Austin Mini aus England, mit extrem breiten Reifen. Er sagt, das TWIKE ist für ihn nichts besonderes, das ist genau wie seine Fahrzeuge auch. Er war total aufgeschlossen. Jetzt schenk ich ihm mal erst einen TWIGEL. - In Brüssel in der Innenstadt, beim Grand Place, die alten Gebäude, da bin ich reingegangen und habe mir die Wandbilder und Deckenbilder mal angesehen. Super. Warst du schon mal in Brüssel gewesen? Bei mir wars schon lange her. - Heute bin ich von der Polizei angehalten worden. Die wollten von mir wissen, ob das Fahrzeug Papiere hätte. Dann haben sie die Papiere angeguckt. - Auf dem Markt hatten wir eine Pressekonferenz, mit allen möglichen Fernsehen und Zeitungen dabei. Die Berichte kommen dann morgen raus. Bart Viaene, unser Streckenpate in Leuven, wird sich auf jeden Fall die Zeitungen kaufen. Von ihm können wir sie dann bekommen. Er hat übrigens jetzt auch ein TWIKE [TW 120]. Das hatte heute gute Gesellschaft gehabt, lauter TWIKE Fahrer drumherum. Er muss das Fahrzeug erst zulassen und braucht noch die TÜV-Papiere. - Auf dem Weg von Tienen nach Tongeren hat es überall diese kleinen Häuschen, die in Reihe stehen. Das sieht ganz toll aus. Die Häuschen sind ganz dicht beieinander, ganz kleine Häuschen, die alle dicht an dicht aneinandergereiht sind. Dann hat der die Farbe, der hat jene Farbe, verschiedene Dächer, Konstruktionen nebeneinander. So ein Haus ist manchmal nur fünf Meter breit. Wenn sie so dicht stehen, haben sie natürlich wenig Energieverluste."

  Haus von Bart Viaene

François Loeb: "Einmal hatten wir keinen Strom mehr. Da habe ich zwei Steckdosen im Wartsaal eines Bahnhofes gefunden. Ich habe den Bahnhofvorstand gefragt und der war einverstanden. Dann habe ich das TWIKE über eine Rampe auf den Perron gebracht. Das war mal was neues, auf einem Bahnhof zu laden."

 

Donnerstag, 3. September 1998

Der riesen Rumpel

In der Nacht auf Donnerstag passierte ein Unfall mit dem TWIKE 264 in Aachen. Der Fahrer Wolfgang Möscheid hat zum Glück nur Prellungen davongetragen. Er war alleine im Fahrzeug und wurde beim Linksabbiegen von einem Taxi gerammt. Das TWIKE hat Totalschaden. - Was sagt der Fahrer?

  Wolfgang inspiziert sein TWIKE

Wolfgang Möscheid heute Abend: "Wir haben letzte Nacht den Seitencrash gemacht. Das kannst du dir nicht vorstellen. Wir waren um halb zwölf beim Hotel, die anderen Fahrzeuge hatten wir schon angesteckt, die Leute sind langsam schlafen gegangen. Ich hatte versprochen, dass ich zur Ladestation komme, weil da jemand auf uns wartete. Der Maschpi hat gesagt, ich fahr auch mit. Wir setzen uns in unsere Fahrzeuge, ich ins 264 vom Jonas und der Maschpi in seines. Wir sind rausgefahren und 100 Meter vom Hotel ging es nach links in die Strasse hinein, wo wir hin mussten. Die Ampel bei der Kreuzung stand auf rot. Ich hab den Plan bei mir liegen gehabt und hab darauf gelesen: Eulersweg. Dann geht die Ampel auf grün. Ich fahre in den Kreuzungsbereich rein. Von meiner Ampel bis zu der anderen war es mindestens 10-15 Meter, schätze ich, so gross war die Kreuzung. Dann sehe ich, dass zwei Autos von vorne kommen und direkt auf der anderen Seite bei der Ampel anhalten. Wenn zwei anhalten, dann ist der eine auf der Linksabbiegerspur und der andere derjenige, der geradeaus geht. Also fahr ich los. Du lenkst ein und du weisst ganz genau, du fährst den Weg und du brauchst dich nicht mehr auf den Weg zu konzentrieren. Ich hab dann auf das Schild geguckt, das da in der Strasse stand, ob das tatsächlich der Eulersweg ist und hab gar nichts mehr an irgendwas anderes gedacht, ausser zu gucken, damit wir richtig sind. In dem Moment hör ich so ein Pfeifen, ein ziemlich langes Pfeifen. Dann hab ich nur gedacht, irgendwas passiert jetzt gleich und hab wahrscheinlich in dem Moment die Augen zugemacht. Das ist das, wo ich mich noch dran erinnern kann. Im nächsten Moment merk ich, es gibt nen riesen Rumpel. Dann merk ich, dass ich irgend was Weiches am Kopf spüre und dass ich irgendwie oben im TWIKE entgegenkomme. Als das Fahrzeug wieder am Boden steht, fall ich regelrecht aus dem Scheibenrahmen wieder runter ins Fahrzeug. Und dann bin ich aufgestanden und auf der Fahrerseite ausgestiegen. - Das Fahrzeug war direkt in die andere Richtung, von wo ich hergekommen bin, regelrecht umgedreht. Der Taxifahrer hat mich mit seinem Mercedes 230 direkt in die Breitseite genommen und das Fahrzeug hochgewirbelt. 1,6 Tonnen Gewicht. Er hat gesagt, er wäre mit siebzig Sachen die Strasse entlang gekommen, hätte mich vor dem Auto plötzlich gesehen, hätte auf die Bremse getreten, schätze vier bis fünf Meter, bis er mich erwischt hat. Er hat wahrscheinlich mit ABS gebremst, man hat keine Bremsspur gesehen, ich hab aber das Pfeifen neben mir gehört. Er hat mich regelrecht hochgeworfen ein Stück und dann bin ich über die Strasse gerutscht, bis ich auf der anderen Seite am Strassenrand stand wieder in Richtung zum Hotel. - Was ich an Verletzungen hab, das ist, dass ich die rechte Hüfte geprellt hab. Der Lenkhebel ist platt umgedrückt nach rechts, da bin ich entgegengestossen. Dann habe ich das Dach hochgedrückt. Ein paar Schrammen am Kopf, einen grossen blauen Fleck an der Schulter oben, die Hand hab ich geprellt, dann ein paar Schürfwunden und so. - Am Mittag hat mir ein Politiker beim Bundestag die Hand gedrückt und drückt mit seinem Daumen auch noch genau auf den geprellten Finger bei mir drauf. Das war der grösste Schmerz, den ich bis jetzt verspürt hab, ehrlich. - Eins will ich sagen: Das TWIKE ist schon sehr stabil."

Man ging nachher schlafen. - Am Tag fährt das Team mit den übrigen fünf TWIKE nach Bonn. Vor dem Bundestag werden die Fahrzeuge präsentiert. Einige bekannte Politiker sind vorbeigekommen, nämlich die Herren Scharping, Blüm und Schröder. Der Umweltausschuss der SPD hatte am Donnerstag einen besonderen Anlass in Bonn.

 

Freitag, 4. September 1998

In Bonn

Die Stimmung unter den Teilnehmerinnen und Teilnehmern der TWIKE Challenge ist ausgezeichnet - man merkt es beim telefonieren. Heute ist ein Tag, wo man sich ausruhen und die Stadt Bonn anschauen kann. Am Nachmittag trifft man sich auf dem Marktplatz, wo das Publikum in Scharen herbeiströmt. - François Loeb erzählt, dass der Empfang in der deutschen Hauptstadt sehr herzlich ist. Er lobt die gute Unterstützung durch die Schweizer Botschaft.

  François

 

Samstag, 5. September 1998

Dein Freund und Helfer

Von Bonn gehts dem Rhein entlang nach Koblenz, wo kurz vor der Stadt das erste Mal geladen wird. Dann entlang den Biegungen des Flusses nach Bingen und nach dem Zwischenhalt bis in die alte Bischofsstadt Mainz.

Maschpi am Abend: "Ich bin gerade in der Stadt Mainz mit dem François. Wir schauen uns die Altstadt an. Es ist eine autofreie Fussgängerzone. Ich sehe historische Gebäude, ehrwürdige, alte Häuser mit verzierten Dächern. Da ist die St. Stephans-Kirche. Vorne ist der Dom, hell beleuchtet in der Nacht. - Die heutige Tour war super. Beim Felsen der Loreley haben wir kurz angehalten. Landschaftlich ist es eine wunderschöne Gegend mit vielen alten Burgen. Nach dem Laden in Bingen waren es nur noch etwa 30 Kilometer bis Mainz. Hier übernachten wir im Königshof, einem einfachen Hotel. Es ist eine glatte Stadt."

François Loeb: "Heute abend wussten wir nicht so recht, wo laden. Da ist Wolfgang bei der Feuerwehr fragen gegangen. Die sagten, wir sollten nur kommen. Als wir gekommen sind, haben sie für uns schon eine Garage ausgeräumt und die Feuerwehrautos nach draussen gestellt. Jetzt sind die Fahrzeuge dort drin und werden geladen. Dann haben sie einen Feuerwehrbus geholt und uns die rund 2 Kilometer zum Hotel hingefahren. Morgen früh kommen sie uns wieder um 7.15 Uhr holen - mit dem Feuerwehrbus. Die Mainzer Feuerwehr, dein Freund und Helfer."

  Die Feuerwehr hilft auch in Heidelberg

 

Sonntag, 6. September 1998

Da tobt noch die Fete

  Beim Kompetenzzentrum in Lorsch

Zwischen Mainz und Karlsruhe macht die TWIKE Challenge 1998 einen Zwischenstopp beim ersten deutschen TWIKE-Kompetenzzentrum in Lorsch an der Bergstrasse in Südhessen. Die TWIKE erscheinen in der Stadtmitte vor der Königshalle, dem ältesten karolingischen Gebäude Deutschlands. Der Bürgermeister begrüsst das Team, Medienvertreter und Bevölkerung haben Gelegenheit, die Fahrzeuge anzusehen. In Lorsch werden seit April 1998 TWIKE in Serie für die Kunden aus der Gegend produziert. Am Nachmittag kann man das Zentrum der FINE Mobile GmbH besichtigen und Probefahrten mitmachen. Für Essen und Trinken ist gesorgt.


Die Gastgeber freuen sich auf Ihren Besuch:
Martin Feneberg, Georg Schumacher, Martin Möscheid, Bernd Werner und Wolfram Leister

Georg Schumacher am Nachmittag: "Die TWIKE sind schon weiter nach Heidelberg und Karlsruhe. Es hat ein bisschen geregnet, aber sonst wars gut. Da tobt noch die Fete. Das Hessische Fernsehen war da, die Presse und der Bürgermeister. Der François Loeb hat mit dem Bürgermeister gesprochen und ihm einen TWIGEL überreicht. Dann haben wir noch ein neues Cabrio-Verdeck aufgebaut, das alte hatten sie ihm ja in Schweden aufgebrochen. Vorne waren die Bremsbeläge abgenutzt, so dass wir gleich das Kompetenzzentrum ausprobiert haben, obs funktioniert."

 

Montag, 7. September 1998

Unterwegs zum Ziel

  Vor dem Europarat in Strassburg

Das Team der Challenge ist auf dem Weg von Karlsruhe über Strassburg nach Freiburg im Breisgau. Die Heimat und der Abschied kommen sich näher.

  Freiburg im Breisgau

 

Dienstag, 8. September 1998

Das TWIKE Fest 1998

  Barfüsserplatz Basel

  Christoph Eymann, François Loeb und TWIKE Chef Ralph Schnyder (v.l.n.r)

Am Morgen Fahrt von Freiburg nach Basel. Empfang an der Grenze von Medien, TWIKE Fahrern, Schweizer Fernsehen und weiteren Gästen. Auf dem Barfüsserplatz finden sich mehr als ein Dutzend TWIKE und das E-Mobil des Hotels Hilton ein. Nationalrat Christoph Eymann begrüsst die Anwesenden und François Loeb erzählt von den Zielen und Erlebnissen der Reise. Während dem Apéro - gestiftet vom Hilton Basel - haben die Anwesenden Gelegenheit, mit den Fahrerinnen und Fahrern ins Gespräch zu kommen.

  Willkommen beim Hotel Hilton Basel

Nächster Halt in Muttenz beim Hauptsitz der DHL Worldwide Express, unseres Hauptsponsors. Dort gibts erneut einen Apéro, während für die interne Zeitschrift Fotos der Fahrzeuge und des Teams aufgenommen werden.

  Besuch bei DHL

In Liestal werden wir von der Stadtregierung und Bekannten von Ernst und Cathy Dörflinger begrüsst. Mitten in der Altstadt gibts ein Buffet mit feinem Brot und Käse, gestiftet vom benachbarten Dorfladen.

Die letzte Strecke führt zum TWIKE Zentrum nach Sissach an die Bahnhofstrasse. Dort finden sich im Laufe des Abends über hundert Gäste mit mehr als 30 TWIKE ein, die auf dem Vorplatz dicht parkiert werden. Im Erdgeschoss Tische, der Grossbildschirm mit einigen Videos von der Reise - nicht ganz alle wurden unterwegs gestohlen -, die Theke mit den Speisen, zubereitet vom Team von Jane Schnyder. - Im "offiziellen" Teil des Abends werden allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Challenge ein Diplom der Reise und ein Orden - aus Schokolade - verliehen. Gespickt mit allerlei Anekdoten und Geschichten werden sie und die weiteren Helfer gewürdigt. - Später gibts Musik: Ruedi Attenhofer hat seine Formation mitgebracht, die allerlei volkstümliche Stücke spielt. - Bis spät in die Nacht bleiben die Gäste da, schwatzen und scherzen.

 
Das TWIKE Zentrum in Sissach

   
TWIKE Fest; Martin Bolliger (mitte) verteilt die Challenge-Orden und Reisediplome

 

Mittwoch, 9. September 1998

Wieder z'Bärn

  Start in Sissach

Das Fernsehen und verschiedene Zeitungen berichten über die gestrige Ankunft in Basel. Wir starten gegen neun Uhr in Sissach und fahren bei schönem Wetter in einem Konvoi von rund 18 TWIKE, begleitet vom ECS-Bus mit Edi Stolz. Die Route führt über eine Nebenstrasse mit wundervoller Aussicht über den Bölchenpass nach Langenbruck. Nach den Serpentinen des Bölchen wird uns im Ökozentrum ein Apéro offeriert.

  Aufstieg auf den Bölchen

Nächste Station ist Solothurn. Empfang durch den Stadtschreiber Peter Gisiger auf dem Platz vor der Kathedrale St. Ursen. Zeit zum Laden und für das Mittagessen. Es stehen uns 2x60 Ampère auf jeder der 3 Phasen zur Verfügung. Das ist völlig ausreichend, um alle Fahrzeuge schnell aufzuladen.

  Stadtschreiber Peter Gisiger (l.) erhält von François Loeb einen TWIGEL

  Ladepause bei St. Ursen

Dann gehts weiter nach Biel, wo wir vom Stadtpräsidenten Hans Stöckli empfangen werden. Er weist auf die anstehende EXPO 2001 hin, die auch in Biel anlegen wird und noch einiges an Vorbereitungsarbeiten benötigt. Biel tue viel, um ein attraktiver Wirtschaftsstandort zu bleiben, sagt er. - Via Uettligen fahren wir nach Bern. Auf dem Bundesplatz findet sich eine grosse Menschenmenge ein um die TWIKE Challenge zu begrüssen. Wir treffen pünktlich ein. Fanfaren ertönen, Applaus bricht los. Voller Freude, heil über die Runden gekommen zu sein, umarmen sich die Mitglieder des Teams.

  Anfahrt zum Bundesplatz in Bern

Frau Vizebundeskanzlerin von Muralt begrüsst uns im Namen der Landesregierung. Zahlreiche Botschafter der von uns durchquerten Länder sind ebenfalls anwesend. François Loeb drückt seine Dankbarkeit aus für die Gastfreundschaft, die dem TWIKE Challenge Team überall entgegengebracht wurde. Auch diesmal werden dem grossen TWIGEL einige kleine TWIGEL geboren und an die Ehrengäste verteilt. Beim anschliessenden Apéro darf auf die Leistung angestossen werden. Unter den Gästen entdeckt man Vertreter des Bundesamtes für Energie und zahlreiche bekannte Gesichter.

  Geschafft!

  Begrüssung durch Frau Vizebundeskanzlerin von Muralt

François Loeb: "Es isch cheibe schön, wieder deheim z'Bärn z'si." - Nach dem Empfang auf dem Bundesplatz gehts zum Restaurant Dampfzentrale unten an die Aare von Bern. Dort treffen wir auf H.R. Giger, der uns am 1. Juli den Startschuss gegeben hatte. Nochmals haben wir Gelegenheit, Erlebnisse von der Reise zu erzählen, neue Pläne zu schmieden und den Fototreff zu organisieren. Nach dem Essen brechen die meisten zur näheren und weiteren Heimreise auf. Einige fahren noch an die Mattenenge, wo der Abend weitergeht.

 

Donnerstag, 10. September 1998

Sich Zeit nehmen

Nach dem Abend in der Berner Dampfzentrale fuhren die letzten Teilnehmer mit ihren TWIKE wieder nach Hause zurück. Das Fahrzeug von François Loeb wird in seinem Warenhaus in Bern mit voller Reiseausstattung ausgestellt werden. Wer nach Bern kommt, kann dann beim "Loeb-Egge" in der Nähe des Bahnhofes einen Blick hineinwerfen.

François Loeb hat - als Präsident der Handelskammer Schweiz-Baltikum - heute gleich deren Generalversammlung im Zunfthaus zur Zimmerleuten am Limmatquai in Zürich. Als Gast ist der estnische Botschafter aus Wien extra angereist. Da die estnische Krone an die Deutsche Mark gekoppelt ist, spürt man die Auswirkungen der Krise in Russland nicht so stark.

In den kommenden paar Wochen wird François Loeb in Frankreich auf einem Schiff weilen, um das Mass der Ferien voll zu machen. Er nimmt schafft sich damit die Gelegenheit, Dinge zu tun, wo er auf der Reise und dem "Leben aus dem Koffer" nicht genügend Zeit gefunden hatte.

Die nächste TWIKE Challenge kommt bestimmt...

 

zur Einstiegsseite

 

update 05.12.98

TWIKE KLUB WEB   –   info@dreifels.ch