Probefahrt im Winter mit dem neuen TWIKEvon Marc Mosimann, TW 112
12. Februar 1999 Endlich ist es soweit: Ein TWIKE steht mit
vollen Akkus vor dem TWIKE Zentrum in Sissach bereit und die Teststrecke ist schneebedeckt
und stellenweise vereist.

Im TWIKE unterwegs
Schon bei der ersten Steigung bemerke ich die bessere Traktion dank den
"Grip extra"-Hinterreifen mit tieferem Profil. Nun werden die Möglichkeiten des
TWIKE-Computers genutzt. Dank den individuellen Einstellmöglichkeiten (erste Stufe auf 5
A) beschleunigt das TWIKE sanft und vermeidet durchdrehende Räder. Selbst das Anfahren
bei 20% Steigung bietet keine Schwierigkeiten. Oben angekommen inspiziere ich die
Radkasten und die Felgen: Dank den hochgeschnittenen Kotflügeln konnte sich nur wenig
Schnee im Radkasten ansammeln. Ein leichtes Klopfen auf die Kotflügel genügt, um den
Schnee zu entfernen.
Nun gehts bergab. Dort wo sonst Bobs und Schlitten in gewagtem
Drift durch die Kurven brausen, fahre ich nun mit dem Rekuperations-Tempomat den Weg
hinunter. Die sanfte Dosierung der Bremsleistung beim Rekuperieren verhindert ein
Blockieren der Hinterräder. Mir fällt auf, dass die Rekuperationsbremse bei Glätte eine
interessante Funktion erfüllt: Auf einem vereisten Streckenabschnitt betätige ich
zusätzlich zur Rekuperation die Integralbremse, bis die Hinterräder blockieren. Sobald
ich die Integralbremse löse, drehen sich die Hinterräder wieder, während die
Rekuperation wohldosiert ein erneutes Blockieren verhindert.
Die Haftung des Vorderrades auf Schnee ist zuverlässig, da das schmale
Rad einen guten Grip gewährleistet. Nun wird der Nutzen der individuell einstellbaren
Bremskraftverteilung der Integralbremse spürbar: Im Winterbetrieb wird die Bremsleistung
auf dem Vorderrad reduziert, um ein Blockieren zu vermeiden. Ich kann so das TWIKE auch
auf heiklem Untergrund bremsen, ohne auf die Lenkung verzichten zu müssen.
Interessant ist die Funktion der neuen Pedalmechanik: Sobald der Fahrer
den Rücktritt betätigt, werden automatisch die Pedale ausgekuppelt. Die Sensibilität
beim Bremsen wird erhöht, was besonders auf rutschigem Belag von Vorteil ist. Wieder auf
der Hauptstrasse geht es flott voran. Einzig die Schneespur in der Mitte der Fahrbahn
verlangt eine Verringerung der Geschwindigkeit, da das Vorderrad nun auf holprigem
Untergrund rollt.
Da im TWIKE-Innenraum keine kalte Brise weht, kann ich selbst bei
winterlicher Kälte getrost auf Handschuhe verzichten. Mir fällt auf, dass der Kontrast
der Displayanzeige bei Minustemperaturen abnimmt. Heute morgen waren die Parkbremse und
das Schloss festgefroren, da das TWIKE bei 15°C die ganze Nacht draussen stand. Ein
Föhn leistete Abhilfe.
Wieder in Sissach angelangt steht für mich fest: Das TWIKE kann ohne
Kompromisse im Winter gefahren werden und bietet dank des ausgeklügelten Zusammenspiels
von Mechanik und Elektronik unerwartete Vorteile.

Marc Mosimann fährt das TWIKE 112