TWIKE Klub
   

TWIKE Exkursion nach Lausanne

Die Nachfrage nach TWIKE ist in letzter Zeit auch jenseits des Röstigrabens stark angestiegen. Von den neusten TWIKE der 900er Serie finden sich zwei im Umkreis von Lausanne. Beat Michel, TW 744, plante schon länger die TWIKE Fahrer der Region zu koordinieren, und so fand am 12. September 09 das erste TWIKE Klub Treffen in der Westschweiz statt.

Das Programm mit Besichtigungen des Labors für Energiespeicher von Alfed Rufer, sowie das Labor für Robotik von Hannes Bleuler (TW 394) an der EPFL bot spannende Perspektiven.

Zu früher Stunde – 8 Uhr ist am Samstag schon früh genug – reisten wir per TWIKE aus Diegten, Baselland an.

090912_TWIKE_Lausanne-00 Ein Blick zurück auf den Jura, 200km liegen noch vor uns.

090912_TWIKE_Lausanne-02 Gipfeli und Zopf kaufen in der schönen Altstadt von Aarberg (rings um den Autoparkplatz herum), damit wir bei Maya frühstücken dürfen.

090912_TWIKE_Lausanne-03 Nach 97km, die letzte Strecke auf Schotterpisten, erreichen wir das "kleine Ballenberg", wo Maya uns mit Kaffee und Strom versorgt. Zwei Stunden Ladepause waren eingeplant, nach 1h hätten wir bereits genügend Saft im Tank gehabt für die restlichen 100km.


Ist man mit zwei oder mehr TWIKE unterwegs ist es gut, etwas Adaptermaterial dabei zu haben, denn mit einer 3-Phasen Steckdose, wie man sie fast in jedem Haushalt findet, kann man gut drei TWIKE gleichzeitig aufladen:

  • Kabel T25 (rot) auf 3 mal CEE16A
  • Kabel T15 (orange) auf T25 (rot)
  • Adpater CEE 3x16A auf T25 (rot)
  • Adapter CEE 3x32A auf CEE 3x16A
  • Verlängerungskabel CEE16A, 5m
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In unserem Spezial-TWIKE "Matilda" konnten wir das neue Schnelladegerät testen, welches zusammen mit dem neuen dreifels Controller für die LiFe Akkus auf Ende Jahr verfügbar sein wird. Damit kann man zusätzlich mit 5A die Akkus laden und so vorallem beim grossen 18Ah Akku die Ladezeit halbieren, statt 50km/h kann man mit 100km/h die Akkus laden. Ein zweites Netzkabel wird dann in eine zweite Steckdose oder über den Adapter in eine Dreiphasen-Dose gesteckt, sodass insgesamt am Netz bis zu 26A genutzt werden können.
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090912_TWIKE_Lausanne-05 Ganz kurz noch die schöne Park&Charge testen in Estavayer, direkt im Hafen, und dann mit Vollgas nach Westen. Fast pünktlich erreichen wir um 15.00h Lausanne und irren noch etwas durch die Stadt, bis wir dann die EPFL finden.

090912_TWIKE_Lausanne-07 Schön aufgereiht erwarten uns 10 TWIKE auf der Esplanade. Einstecken und dann ab ins Labor von Alfred Rufer...

090912_TWIKE_Lausanne-10 ...in der EPFL. Er hat das Rahmenprogramm perfekt organisiert, inklusive Stromtankstellen. Vielen Dank! Er ist bedacht darauf, dass das Timing stimmt. Markus Bühler (TWIKE Station) ist bereits ganz vertieft im Gespräch mit Geneviève Vuilleumier TW 798.


Labor für Industrieelektronik und Speichersysteme

Wir tauchen ein ins Labor von Alfed Rufer (>>> Portrait). Eine wahre Schatzkammer für alle, die Platinen, Messgeräte, Kabel, Kondensatoren, Spulen und Batterie lieben.

090912_TWIKE_Lausanne-15 Der kleine Roboter auf Rädern (>>> Link zum Video [in Vorbereitung]) schläft zwar gerade, aber ein Video zeigt wie er, ähnliche wie ein Segway durch den Garten torkeln kann.

090912_TWIKE_Lausanne-17 Alle lauschen gespannt den Ausführungen über Hochenergie-Lithium Akkus für den Solarflieger von Piccard.

090912_TWIKE_Lausanne-20 Getestet werden können die Akkus in dem Autoklaven. Damit werden die atmosphärischen Bedingungen auf 10'000m nachgestellt. Was passiert mit der Batteriezelle beim niederigen Luftdruck und bei -50C?

090912_TWIKE_Lausanne-25 Andere Studenten befassen sich mit Energiespeichern, die den Solarstrom in chemischen Flüssigkeiten speichern. Die Pilotanlage hat 100kWh Speicherkapazität und eine Leistung von 10kW.

090912_TWIKE_Lausanne-27 Auch Elektrovelos und ein Scootelec gehören zur Ausrüstung, um in Semester- und Diplomarbeiten die Eigenschaften von Akkus und Super-Kondensatoren zu untersuchen.
Einige von uns hätten am liebsten noch stundenlang im Labor herumgeschnüffelt. Die Modell-Eisenbahn, welche mit Superkondensatoren Bremsenergie zurückholt und dann damit wieder angetrieben wird, hätte wir schon gerne mal ausprobiert.

Labor für Robotiksysteme von Hannes Bleuler

Der TWIKE Fahrer Hannes Bleuler (TW 394) leitet das Labor für Robotik (>>> Profil). Er entwickelt u.A. Regelsysteme, wie sie gebraucht werden, um eine Magnetschwebebahn in der Schwebe zu halten. In einer interessanten Ausführung über die Technologie und die Grenzen der Magnetschwebebahnen wandern unsere Gedanken nach China und Japan (wo er 6 Jahre gearbeitet hatte).

090912_TWIKE_Lausanne-28 Hauptsächlich arbeitet sein Labor jedoch an Robotersystemen für die Chirurgie. Wobei er sich korrigiert, denn es sind heute eigentlich Fernsteuersysteme und Trainigssimulatoren dazu, wo der Chirurg die Eingriffe bei Operationen im Körper machen kann, indem nur zwei kleine Sonden eingeführt werden, anstelle den ganzen Bauch aufzuschlitzen.

090912_TWIKE_Lausanne-30 Geneviève legt am Operationssimulater gerade mal selbst Hand an und versucht mit den kleinen Zangen den Blinddarm herauszuschneiden. Es ist gar nicht so einfach (... vielleicht müssen Chirurgen in Zukunft zuerst mal ein Training mit einem Modellflieger machen).

Wir verlassen den virtuellen Operationssaal und versammeln uns nach einer kurzen Kaffeepause im Vortragssaal.
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Vorträge von Marc Müller, Maya Schnyder und Ralph Schnyder

In einer kurze Präsentation erzählt Marc Müller, TW 3xx, sein Projekt ICARE. Er plant mit einem TWIKE energieautonom um die Welt zu fahren. Dazu ist er dran sein TWIKE mit einem Anhänger mit Solarzellen und einem portablen Windgenerator auszustatten.
Details siehe Webseite: www.projet-icare.ch (Französische Version anklicken)

090912_TWIKE_Lausanne-34 Die Pressekonferenz und Rollout wird nächsten Mittwoch sein, sodass wir leider das Fahrzeug noch nicht besichtigen konnten.

Anschliessend stellt Maya Schnyder kurz die Hintergründe und die Dienste der TWIKE Station in Bern vor. Sie verkaufte und betreut seit Beginn die meisten der anwesenden TWIKE.

Ralph Schnyder versucht in einer kurzen Zusammenfassung die Geschichte, die Idee und die Zukunft des TWIKE darzustellen (... und gleichzeitig seine Französischkenntnisse etwas aufzubessern).

090912_TWIKE_Lausanne-36 Beat Michel hat mit akribischer Genauigkeit den Mittelpunkt aller TWIKE Fahrer in der Westschweiz eruiert. Er liegt in Lausanne und deshalb haben wir uns auch hier getroffen. Damit die TWIKE einfacher betreut werden können, versucht er zusammen mit Maya einen TWIKE Partner in Lausanne aufzubauen, denn das Potential für TWIKE in der Region wäre noch enorm gross.


TWIKE Parade nach Lausanne

Kurz vor Sonnenuntergang macht sich der TWIKE Konvoi auf den Weg in die Stadt.

090912_TWIKE_Lausanne-40 12 TWIKE stehen auf der Startrampe der EPFL bereit.

090912_TWIKE_Lausanne-44 Feierabendverkehr gibt es heute nicht, sodass wir die unzähligen Fahrspuren fast für uns alleine haben.

090912_TWIKE_Lausanne-54 Auch der grosse Parkplatz am See ist für uns reserviert.

090912_TWIKE_Lausanne-55 Der rote Marienkäfer von Beat Michel führt die Schlange, dahinter ganz in blau das komplettrenovierte TW 182 von Maya.

090912_TWIKE_Lausanne-56 Elektronikspezialist Francois Krummenacher (rechts, TW 741) diskutiert mit René Stutzmann (TW 557) über die Details und neusten Erkenntnisse bezüglich Akkus.

090912_TWIKE_Lausanne-61 Kurz vor Sonnenuntergang macht Jacques Muller (TW 090) noch eine kurze Testfahrt mit der Freundin von Marc Müller (Name?). Da sie das Occasions-TWIKE für die Weltumrundung ohne Akkus erworben hatten, verfolgten sie den TWIKE Konvoi im Mini (Orginalversion, auch kaum grösser als ein TWIKE).

090912_TWIKE_Lausanne-63 Maya und Markus der TWIKE Station sind zufrieden, TWIKE Mech ist kein Beruf, sondern Berufung, die am meisten Spass macht, wenn man sieht wie im Alltag die Fahrzeuge funktionieren und die Kunden es geniessen. Dass so ein Anlass ohne eine einzige Panne funktioniert, ohne schmutzige Hände oder einem versteckten Abschleppwagen hinter der nächsten Hecke, ist alles andere als selbstverständlich!

090912_TWIKE_Lausanne-62 Ein richtig kitschiger Sonnenuntergang über dem Genfersee krönt den Abend . . .

090912_TWIKE_Lausanne-64 Der frische Fisch (um 11h hatte ihn den Fischer direkt aus dem Genfersee gezogen) schmeckte entsprechend vorzüglich. In den intensiven Tischgesprächen konnte man vieles erfahren, übers TWIKE, die neusten Akkus bis zum Japanischkurs.

Das wichtigste jedoch, war der Entscheid (zumindest am oberen Teil des Tisches war man sich einig), dass "das TWIKE" auf Französisch "la TWIKE" (ausgesprochen "la tweik") heissen möge, denn bisher gab es hierzu noch keine offizielle Regelung.

Wir machen uns zu später Stunde auf den Weg Richtung Bern. Jacques + Corinne Pillonel im TW 310 führen uns diesmal ohne Umwege aus Lausanne hinaus. In flottem Tempo sausen wir durch die Dunkelheit auf der Hauptstrasse Nummer 1 nach Osten. Zwei Füchse (einer flach, einer von rechts nach links), 86km und 1.5h später erreichen wir unser Nachtquartier.

Wir freuen uns schon auf den nächsten Anlass in der Westschweiz. Mit den Lithium Akkus ist Lausanne sehr viel näher an Zürich gerückt, mit nur einer Zwischenladung erreichbar.


Für den TWIKE Klub: Ralph Schnyder, 13. Sept. 2009

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