TWIKE Klub
   

TWIKE-Treffen und Rundfahrt Horb am Neckar (Schwarzwald Mitte/Nord)

Am 10.10.2009 trafen sich im Schwarzwald 16 TWIKE-Pilotinnen und -Piloten mit insgesamt 11 Fahrzeugen.

Vier Fahrer mit weiter Anreise waren schon am Vortag gekommen, Robert Kreipl aus Rosenheim (350 km), Günther Stock aus Herborn (310 km), Ralf Zimmermann aus München (270 km) und Elmar Haun aus Ilsfeld (100 km, jeweils kürzeste Distanz, die Fahrstrecken waren bestimmt länger).

Twike Tour Horb 2009
Am Samstag Morgen trafen die ersten TWIKE vor der Dualen Hochschule, Campus Horb, ein: TW641, TW810, TW 160, TW900 (von links nach rechts).

Twike Tour Horb 2009
Dann durften die TWIKE im Labor des Bereichs Kfz-Technik an die Steckdosen, von denen es reichlich gab...

Twike Tour Horb 2009
Während die Piloten sich am Frühstück der Hochschule stärkten: Ulrich Zwick, Robert Kreipl, German Baumhauer, Günther Stock und Heinz-Peter Ulrichskötter (von links nach rechts), starteten sie die Tour erst mal virtuell...

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Aufstellung der TWIKE in Startformation...

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...denn der Journalist vom Schwarzwälder Boten wollte noch ein eindrucksvolles Foto schiessen (> Bericht). Neben ihm Prof. von Viebahn, unser Gastgeber, der – zusammen mit seinem Kollegen Prof. Burger – sich mit grossem Interesse und Engagement um uns kümmerte. Dahinter die TWIKE-Piloten Elmar Haun, German Baumhauer, Robert Kreipl (verdeckt), Ralf Zimmermann, Ulrich Zwick und Günther Stock (von links nach rechts).

Twike Tour Horb 2009
Danach ging es los und die Rätsel aus der Einladung wurden nach und nach aufgedeckt. Auf einer abenteuerlichen Fahrt durch Horbs Altstadt kamen wir an der Wintergasse vorbei, dem Geburtsort von Sebastian Lotzer, Kürschner, Laientheologe und Revolutionär in den Bauernkriegen sowie Mitverfasser der Memminger Artikel, der ersten Niederschrift von Menschenrechten.

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Am Neckar entlang ging es dann Richtung Rottenburg. Dabei unterquerten wir die Weitinger Neckartalbrücke, eine der höchsten Brücken Europas.

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Nass, nässer, am nässesten...

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Heinz-Peter unter schützendem Regendach an der Tankstelle.

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Das Wetter trübte immer weiter ein, so dass TWIKE-Kappen und Regenschirme bei unserem Stadtbummel in Rottenburg zwingend vonnöten waren (Wolfgang Tress, Elmar Haun, Günther Stock, Thomas Mitlehner, Ivo Krieg, Ralf Zimmermann, Bettina Beißwenger, Heinz-Peter Ulrichskötter, Robert Kreipl, Ulrich Zwick und German Baumhauer, von links nach rechts).

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Kein Wunder, dass bei diesem Wetter der Rottenburger Dom (hier ein Bild mit freundlicherer Witterung) gerne besichtigt wurde. Es ist übrigens der kleinste Dom Deutschlands, und damit hat es folgendes auf sich: Als 1821 aus politischen Gründen das Bistum Konstanz in einen schweizerischen und deutschen Teil aufgeteilt wurde, suchte man im Königreich Württemberg einen neuen Bischofssitz. Stuttgart ging nicht - war zu evangelisch - also fiel die Wahl auf das Städtchen Rottenburg. Und so wurde aus der Sülchener Dorfkirche St. Martin der Dom des Bistums Rottenburg.

Weiter ging die Fahrt nach Haigerloch, wo uns als erstes das Atomkellermuseum erwartete.

Twike Tour Horb 2009
Das Eingangsportal zum Atomkeller-Museum.

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Das Innere des Atomkellers.

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Oberhalb des Atomkellers ist die barocke Schlosskirche sichtbar.

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Unser Referent, Egidius Fechter, selber Physiker – wenn auch nicht i.S. Atomwissenschaft – (im Vordergrund das Modell des Reaktors mit den Uranwürfeln) erklärte uns anschaulich die Anfänge der Kernphysik, beginnend mit Albert Einstein, Otto Hahn und Lise Meitner, über den Umzug des Kaiser-Wilhelm-Instituts aus dem unter Bombardement stehenden Berlin in das Städtchen Haigerloch, bis zur Räumung des Forschungsreaktors durch das amerikanische Militär. Es wurde deutlich, dass die Forscher um Werner Heisenberg, Carl Friedrich von Weizsäcker und Peter Wirtz keine Atombombe bauen wollten, sondern sich eher um die atomare Energiegewinnung bemühten. Die neugierigen Dorfeinwohner glaubten, dass man da während der kriegsbedingten Energieknappheit ein neuartiges Stromkraftwerk entwickle (was gar nicht so falsch war). Denn während der Kriegsjahre wurde das Bier weniger oft in den ortsansässigen Kneipen genossen, sodass der Schwanenwirt den ehemaligen Getränkekeller in willkommener Art den Wissenschaftlern vermieten konnte. In der Diskussionsrunde wurde auch erörtert, ob sich die Forscher damals schon der Risiken der Kernenergie bewusst waren...

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Auch die beiden Frauen Bettina und Anita sind an wissenschaftlicher Forschung interessiert. Wenn's nicht gefährlich oder gar für Kriegszwecke ist...

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Bei solch interessanten Hightech-Anlagen unserer Vorfahren vor über 60 Jahren erstaunen selbst die erstaunten Blicke der Anwesenden nicht...

Twike Tour Horb 2009

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Der noch recht primitiv anmutende Versuchs- bzw. Experimentiertisch von Prof. Dr. Otto Hahn mit den Radio-Röhren und Bananensteckern erinnerte Edwin Griesser an seine Jugendzeit, als er Radio-Empfänger baute.

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Nachbildung der drei Behälter, in welchem die 1500 Liter "Schweres Wasser" (von Norsk Hydro aus Norwegen importiert) gelagert wurden.

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Im Zentrum Roland Schulé (unser verdienter Organisator des TWIKE Treffs), welcher 1972 an der Uni Heidelberg das Diplom der Atom- und Kernphysik erwarb: Er verstand mit Sicherheit am meisten von der Materie...

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Wie man uns versicherte, emittieren diese authentischen Uranwürfel keine gefährliche Strahlung. Mit einem dort vorhandenen funktionierenden Geiger-Müller-Zähler hätte man dies nachweisen können.

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Der Original Aluminium-Kessel des Reaktors – zerstört durch eine "kleine" Sprengung der US-Armee 1945. Zunächst wollte man mit einer grossen Explosion den ganzen Forschungskeller zertrümmern. Nur weil der schlaue Pastor den Offizieren die wunderschöne historisch wertvolle Barock-Schlosskirche zeigte, welche just auf dem massiven Fels über dem Forschungs-Keller steht, verzichtete die Siegermacht auf die Ausführung der fatalen Gross-Sprengung.

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www.haigerloch.de/stadt/atomkeller/alsos.html – Hier können die spannenden Ereignisse anlässlich Beendigung der Atomversuche verfolgt werden!

Es folgte ein Besuch im uralten romantischen Restaurant "Charlottes Weinstüble", wo eifrig weiter diskutiert wurde. Nicht über Gott und die Welt: Nein, fast durchwegs über das Alltagsgeschehen im Umgang mit Elektrofahrzeugen.

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Von links nach rechts: German Baumhauer, Edwin Griesser, Bernd Rische, Roland Schulé, Heinz-Peter Ulrichskötter

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Durchwegs bekannte Gesichter der treibenden Kraft im TWIKE Verein!

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Die Wirtin bedauerte sehr, dass so viele Gäste aufs Mal erschienen, indem zu wenig Platz für eine grössere Anzahl Tische vorhanden war. Die zuletzt Eingetretenen mussten sich mit dem "Schandbänklein" hinter dem historischen Kachelofen begnügen. Das störte den lustigen Robert Kreipl und den mitbetroffenen Ferdi Uehli keineswegs, da sie sich bestens unterhielten.

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Ulrich – wie immer bestens gelaunt!

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Auch hier gabs "jungen Wein", auf der Getränkekarte mit "Suser" bezeichnet: Wie sich doch die Dialekte gleichen – auch über Landesgrenzen und selbst bei grösseren Distanzen: In korrektem Schwyzerdütsch heisst das Getränk genauso. Draussen giesst's mit Kübeln, drinnen die zufriedenen Gesichter von Elmar Haun, Günther Stock und German Baumhauer.

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Thomas Mitlehner – alias Twikertom, mit Schnurrbart – diskutiert angeregt mit dem Batteriespezialisten Ralf Zimmermann, während Ulrich die Speisekarte konsultiert.

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Ivo Krieg, Anita und Wolfgang Tress nachdenklich, aber zufrieden in der gemütlichen Kneipe. Typisch der Text auf dem Hängeschild im Hintergrund: "Frischer Zwieblkuacha und a Gläsle Suser rot odr weiss". Das "Eiskärtle" liegt auch schon auf dem Tisch.

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In Haigerloch stiessen auch Edwin Griesser (hier an der Spitze der TWIKE-Kolonne) mit Co-Pilot Ferdinand Uehli dazu. Ein letzter Blick von der Haigerlocher Oberstadt hinab zur Unterstadt, bevor es Richtung Waldachtal ging.

Twike Tour Horb 2009
Der strahlende Roland freut sich über die vielen Teilnehmenden. Obwohl kein strahlendes Wetter herrschte. Und auch im äusserst interessanten Museum bestand keine atomare Verstrahlungsgefahr!

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Die Scheibenwischer hatten viel Arbeit zu bewältigen!

Twike Tour Horb 2009
Auf dieser Strecke war eigentlich die abenteuerliche Fahrt über die Bittelbronner Steige geplant, aber es wurde noch abenteuerlicher: Am Ortseingang von Dießen hatte sich die Baustellenstrecke in eine Schlammwüste verwandelt, in der die TWIKE mit den schmalen Rädern unweigerlich stecken geblieben wären. Wir machten kehrt und fuhren das Waldachtal über Rexingen an. Der Umweg löste bei Roland Schulé und Bernd Rische wegen der Reichweite Sorgenfalten aus, aber letztlich haben es alle zu Roland nach Hause geschafft.

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Der hilfreiche Roland sorgt zu Hause im Martinskirchle dafür, dass alle hungrigen Akkus Nahrung kriegen! Er hat mit Wolfgang Tress und Heinz-Peter Ulrichskötter in der Garage eine leistungsfähige Stromquelle installiert. TW 745 muss den Piloten samt Beifahrer Ferdi schliesslich noch 130 km südwärts nach Zürich-Marthalen und Andelfingen befördern. Und um Mitternacht will man keine Zwischenladungen mehr einschalten.

Twike Tour Horb 2009
Ferdi siegesgewiss lächelnd, überwacht den Ladezustand und freut sich bereits auf die Rückfahrt!

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Und Edwin ist froh, dass auch Ferdi ab und zu den Joystick-Lenker bedient. Anerkennend gab Ferdi zu verstehen, dass er an seinem eSmart den praktischen Twike-Tempomat vermisse...

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Mit Spannung wird Annemi Schulé's feiner Zwiebelkuchen erwartet, der sich bereits in allen Nasen ankündigt, während junger Weisswein genossen wird (zu unserer Beruhigung laut Roland aktuell erst mit maximal 2% Alkohol vergoren). Das gab keine roten Nasen.

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Anschliessend an die kulinarischen Genüsse erfreute uns Ulrich Zwick mit einem spannenden Lichtbilder-Vortrag von der Viking Rally 2009 von Oslo nach Stavanger. Hier im Vordergrund Bernd Rische, TW 680: TWIKE Klub-Obmann Deutschland.

Twike Tour Horb 2009

Twike Tour Horb 2009

Allerdings ziemlich verdächtig: Edwin war einen Tag später nochmals im Martinskirchle und hat ganz privat Annemi's feinen Apfelstrudel genossen. Er kam nicht nur wegen seiner Lieblingsbeschäftigung (dem Twikesport) nochmals zum fernen Waldachtal...

Auch sonst eine lohnende Gelegenheit: Das wunderschöne Heim der Schulés mitsamt den nützlichen Wärmekollektoren gelangen nun auch noch in den Bericht. Roland war auch da und überliess dem Berichterstatter ein Bild aus schönerer Jahreszeit.

Für den TWIKE Klub: Roland Schulé, Edwin Griesser (Texte und Bilder), Ulrich Zwick, Günther Stock, Ferdinand Uehli (Bilder), 13.10.2009


Link: PDF-Datei des Schwarzwälder Boten vom 12. Oktober 2009 mit dem Bericht vom TWIKE-Treffen.
Auf dem Foto von links nach rechts: Günther Stock, Bettina Beißwenger, Heinz-Peter Ulrichskötter, Ralf Zimmermann, Elmar Haun, Roland Schulé, Ulrich Zwick, Ivo Krieg, Robert Kreipl, Wolfgang Tress, Thomas Mitlehner, Anita Tress, German Baumhauer.



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